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Geschichtliches

Johann Christian Senckenberg

Johann Christian Senckenberg wurde am 28. Februar 1707 als Sohn des Physikus primarius Dr. med. Johann Hartmann Senckenberg in Frankfurt am Main geboren und verbrachte hier auch die meiste Zeit seines Lebens. Nach seinem Medizinstudium schloss er 1737 seine Promotion ab und begann in seiner Vaterstadt zu praktizieren.

Nach drei unglücklichen Ehen entschloss er sich, sein Vermögen pro bono publico patriae zur Verfügung zu stellen. Am 18. August 1763 errichtete er die Dr. Senckenbergische Stiftung, deren Ziel es war, das Frankfurter Medizinalwesen, die Krankenversorgung und die Ausbildung der Ärzte zu verbessern.

Auf dem im Jahre 1766 erworbenen Stiftungsgelände östlich des Eschenheimer Tores entstand in den folgenden Jahren ein medizinisches Institut mit Bibliothek, Laboratorium chymicum, Gewächshäusern und einem Theatrum anatomicum sowie ein Bürgerhospital.
Die Dr. Senckenbergische Anatomie, die sich aus diesem Theatrum anatomicum entwickelte, ist damit wesentlich älter als die im Jahre 1914 gegründete Johann Wolfgang Goethe-Universität. Sie ist eines der Gründungsinstitute der Universität.

Johann Christian Senckenberg selbst war es nicht vergönnt, die Fertigstellung seines Bürgerhospitals zu erleben. Er stürzte am 15. November 1772 tödlich vom Baugerüst der Kuppel des Hospitals. Nur zwei Tage später wurde sein Leichnam in dem von ihm gestifteten Theatrum anatomicum öffentlich seziert.

Das Portrait des Malers Tischbein zeigt Johann Christian Senckenberg vor seinem Theatrum anatomicum.


Ernst und Berta Scharrer

Dem Forscherehepaar Ernst und Berta Scharrer verdanken wir die Entdeckung der sekretorischen, hormonproduzierenden Nervenzelle und die Formulierung eines weit gespannten biologischen Konzeptes zur Neurosekretion.

Entscheidende Grundlagen für dieses Konzept entwickelten Ernst und Berta Scharrer zwischen 1933 und 1937 am Neurologischen Institut (Edinger-Institut) in Frankfurt am Main. In einer Synthese ihrer Befunde an "Drüsen-Nervenzellen" und "neurosekretorischen Organen" von Wirbellosen und Wirbeltieren legten Ernst und Berta Scharrer 1937 die erste Fassung ihrer Gesamtkonzeption neurosekretorischer Phänomene vor.
Aus heutiger Sicht hat dieser umfassende Aufsatz einen nahezu prophetischen Charakter. Er definiert die Mittlerrolle, die sekretorisch aktive Nervenzellen bei der wechselseitigen Informationsübertragung zwischen dem Nervensystem auf der einen und dem endokrinen System auf der anderen Seite spielen.

Das Scharrersche Konzept der Neurosekretion hat gemeinsam mit der Entdeckung der neurosekretorischen Bahnverbindung zwischen Hypothalamus und Neurohypophyse durch den Kieler Anatomen Wolfgang Bargmann zur Entstehung einer neuen biomedizinischen Disziplin geführt, der Neuroendokrinologie. Diese Disziplin hat in den letzten 3 Jahrzehnten eine stürmische Entwicklung genommen und sowohl die Hirnforschung als auch die Endokrinologie entscheidend beeinflusst.
Auf der Basis der Konzepte zur Neurosekretion und Neuroendokrinologie entstand die Definition des peptidergen Neurons, das seine Signale durch Sekretion von Neuropeptiden (z. B. dem antidiuretischen Hormon oder Somatostatin) entweder homonell oder synaptisch überträgt. Solche peptidergen Neurone haben ein hohes phylogenetisches Alter. Die weite Verbreitung im zentralen und peripheren Nervensystem untermauert ihre zentrale Rolle für die Integration neuronaler und endokriner Schaltkreise.

In Würdigung der außerordentlichen Bedeutung des wissenschaftlichen Lebenswerks von Ernst und Berta Scharrer hat der Fachbereich Medizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 1998 beschlossen, den Hörsaal in der Dr. Senckenbergischen Anatomie nach diesen beiden bedeutenden Forschern zu benennen. Im rechten Treppenhaus zum Hörsaal findet sich eine Skulptur eines von Ernst und Berta Scharrer entworfenen Schemas eines endokrinen Neurons.

 

 

geändert am 16. April 2009  E-Mail: WebmasterK.Lang@em.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 16. April 2009, 12:02
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb16/institut/zmorph/geschich.html