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PD Dr. med. Udo Rüb

Wir führen im Rahmen dieses Projektes systematische pathoanatomische Untersuchungen der Gehirne von Patienten durch, die an einer klinisch diagnostizierten und genetisch abgesicherten spinozerebellären Ataxie vom Typ 2 (SCA2) oder Typ 3 (SCA3) litten. Diese beiden autosomal-dominant vererbten neurodegenerativen Krankheiten werden zu den Polyglutamin- oder CAG repeat Erkrankungen gerechnet und sind molekularbiologisch durch das Vorhandensein von pathologisch verlängerten CAG Trinukleotidsequenzen an umschriebenen Genorten charakterisiert. Diese verlängerten Trinukleotidsequenzen kodieren abnormal lange Glutaminsäureketten in den krankheitsspezifischen Proteinen und finden sich bei SCA2 auf dem kurzen Arm des Chromosoms 12 und kodieren das Protein Ataxin-2. Bei SCA3, hingegen, finden sie sich auf dem kurzen Arm von Chromosom 14 und kodieren das Protein Ataxin-3. SCA2 und SCA3 beginnen beide gewöhnlich erst im Erwachsenenalter und verlaufen über einen Zeitraum von etwa 10 bis 30 Jahren chronisch progredient. Zu den häufigsten Krankheitssymptomen beider Erkrankungen gehören fortschreitende Gang- und Bewegungsstörungen, Standunsicherheit, Sprach- und Schluckstörungen, Störungen bei den Augebewegungen und Sensibilitätsstörungen.

Im Unterschied zu zahlreichen klinischen und molekularbiologischen Untersuchungen existieren bislang weder bei der SCA2 noch bei der SCA3 systematische Untersuchungen der degenerativen Veränderungen im Gehirn, die diesen Erkrankungen zugrundeliegen. Wir analysieren im Rahmen unserer systematischen pathoanatomischen Studien welche Regionen des Gehirnes bei SCA2 und SCA3 von Nervenzellausfällen betroffen werden und welche Faserbahnen Schäden erleiden. Dabei setzen wir die erhobenen pathologischen Befunde in Beziehung zu den Krankheitssyptomen dieser Erkrankungen. Zudem untersuchen wir die intrazerebrale Verteilung der Wildtyp-Formen der Krankheitsproteine Ataxin-2 und Ataxin-3 und der intranukleären Aggregate, die zum Großteil aus den mutierten Formen dieser Proteinen bestehen und denen eine wichtige Rolle in der Ätiopathogenese des Nervenzelluntergangs bei SCA2 und SCA3 zugeschrieben wird.

Ziel unserer Studien ist es

  1. Das Ausmaß der intrazerebralen Schäden bei SCA2 und SCA3 genau zu erfassen, um damit eine Basis für die Evaluation der Güte bestehender bzw. zukünftiger transgener Modelle für diese beiden Erkrankungen zu schaffen und die komplexe klinische Symptomatik beider Erkrankungen besser zu verstehen zu können.
  2. Einen Beitrag zur Rolle der Krankheitsproteine Ataxin-2 bzw. Ataxin-3 in dem degenerativen Prozess zu leisten, der der SCA2 bzw. der SCA3 zugrundeliegt.

 

geändert am 06. April 2006  E-Mail: WebmasterK.Lang@em.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 06. April 2006, 06:41
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb16/institut/zmorph/mitarb/mitarb2/f_rueb.html